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Wehranlagen

Im Jahre 1934 übernahm die Tschechoslowakei die Abwehrdoktrin nach französischem Vorbild. Die strategische Abwehr, welche die Tschechoslowakei gegen ihre Feinde führen sollte, sollte in folgenden Jahren durch eine widerstandsfähige Befestigung erleichtert werden. Zum Ausbau der Grenzbefestigungen hatte die Tschechoslowakei genug fähige Baufirmen und auch eine gute Rohstoffgrundlage. Für den Ausbau der Befestigung sprach auch das ziemlich flache Relief der westlichen Hälfte des Staates, das dem Angreifer nach der Überwindung des Grenzgebirges keine bedeutende Hindernisse in den Weg stellte. Da man schon damals für den gefährlichsten Gegner eindeutig Deutschland hielt, rechnete man mit der Konzentration der Kerntruppen der tschechoslowakischen Armee in böhmischen Ländern, während in der Slowakei nur ein kleinerer Teil der Truppen aufgestellt werden sollte.

Die Befestigungsanlage der Tschechoslowakei wurde im Jahre 1935 mit dem Ausbau  infanteristischer Blockhäuser begonnen, aber schon im folgenden Jahr begann unser Befestigungssystem sich nach den Typen der gebauten Objekte in zwei verschiedene Sorten zu teilen, die sich voneinander durch Konstruktion, Ausstattung und Aufgaben unterschieden. Einerseits waren es Objekte der schweren Befestigung (SB) – die mit schweren Maschinengewehren, Kanonen und Minenwerfern ausgerüsteten Artilleriefestungen, und andererseits Objekte der leichten Befestigung (LB) – kleine Stahlbetonforts mit überwiegend Maschinengewehr-Ausrüstung. Der Ausbau einiger Abschnitte dieser Befestigung betraf auch Südwestböhmen. Die Gefahr eines unerwarteten Angriffs über den Böhmerwald war jedoch einigermaβen gemildert, und zwar durch die für die Verteidigung günstigen Naturbedingungen – es gab nicht viele Grenzübergänge, das Verkehrswegenetz war sehr klein und auβerdem war es eher für Pferdezüge geeignet als für die Panzer und schwere Lastwagen. Aus diesen Gründen war das westböhmische Grenzgebiet im Rahmen des durch die Regierung beschlossenen Befestigungsplans im Jahre 1936 erst der vorletzten Ausbauetappe zugeordnet. Dennoch plante man noch in demselben Jahr den Schutz der Hauptverkehrswege an der Westgrenze durch einige infanteristische Blockhäuser. Die schwere Befestigung  sollte zwischen Železná Ruda (Eisenstein) und Klínovec durchlaufen und sie sollte wichtige Verkehrswege wie eine Barriere absperren. Während des Sommers und Herbstes 1936 wurden zwischen Železná Ruda und Tachov ungefähr 58 Blockhäuser errichtet und weitere 100 Blockhäuser zwischen Tachov und Klínovec. Weitere Objekte der SB wurden bei Svatá Kateřina, Hyršov und Všeruby, Maxov, Česká Kubice und Capartice geplant. Infanteristische Blockhäuser wurden in der nächsten Nähe von der Staatsgrenze errichtet und ihr Ausbau sollte im Frühling 1937 eröffnet werden. Auf der Szene erschien aber ein neuer Typ der leichten Befestigung Modell 37 und so verzichtete man auf geplante Arbeiten. Die neue Verteidigungslinie rechnete schon gerade mit billigeren Objekten des Modells 37 und im Unterschied zu den früher geplanten Objekten der SB wurde sie tiefer im Landesinneren entworfen. Schon im Jahre 1937 wurden alle wichtigen Verkehrswege im Böhmerwaldgebiet durch inkohärente Objektsperrungen Modell 37 gesichert, die man „řopík“[1] nennt. Der Grundtyp des Objekts 37 mit zwei Seitenscharten war eigentlich eine Verkleinerung der SB-Objekte, die man ausschlieβlich in Linien auf dem Prinzip des gegenseitigen Schutzes durch das Schieβen von Seiten baute. Das Fort war zum Feind durch die Stirnseite ohne Scharten gewendet, die Stirnseite war dazu durch eine Steinschicht und Erdhinterfüllung geschützt. Die Stirnwand war in Schutzflügel verlängert, die bei der Ansicht von vorne die Scharten verbargen und den Angreifer zwangen, in die Feuerlinie zu treten. Die Stärke der Stirnwand des Objekts 37 bewegte sich von 65 bis 120 cm, der Decke von 45 bis 100 cm und der Hinterwand von 40 bis 80 cm. Die Scharten wurden aus Stahlgussrahmen mit Zapfen für das Festhalten der Lafette gebildet. Die Lafette ermöglichte neben dem genauen Schieβen auch die indirekte Peilung, mit derer Hilfe man auch bei Nacht oder Nebel schieβen konnte. Für den Austausch der verdorbenen Luft sorgte ein Handventilator und die Beobachtung des umliegenden Geländes ermöglichten spezielle Spiegelperiskope in der Decke des Objekts. Den Objektschutz ermöglichte auch eine schiefe Granatauswurfrohre für das Ablassen der neben dem Eingang gestellten Handgranaten. Das in zwei Kasematten aufgeteilte Fort war mit zwei Maschinengewehren ausgerüstet und die Besatzung bildeten 7 Männer (Typ A, B). Später wurden einschartige Objekte mit 4 Verteidigern geplant (Typ D und E). Der Typ C wurde nur für Maschinengewehrschützen mit einem Helfer bestimmt und im Grunde ging es um eine ausbetonierte Feldstellung mit Wellenblechdach und mit einer niedrigen Widerstandsfähigkeit.

 

 [1] Řopík ist die Volksbezeichnung für ein widerstandsfähiges Stahlbetonobjekt der LB 37, das im Rahmen des Ausbaus der tschechoslowakischen Befestigung entstand. Die Bezeichnung Řopík wurde von der Abkürzung ŘOP (Ředitelství opevňovacích prací, Direktion der Befestigungsanlagen) abgeleitet.

Zuletzt geändert: Beránek Filip (06.09.2010)

 


 

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